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Pneumokokken-Erkrankungen

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Welche Erkran­kungen werden durch Pneu­mokokken verursacht?

Pneumokokken findet man bei vielen Menschen im Nasen-Rachen-Raum. Den Meisten ist das wahrscheinlich gar nicht bewusst, weil Pneumokokken häufig keine Symptome verursachen. Bei einigen Menschen breiten sich die Bakterien jedoch im Körper aus und führen zu Pneumokokken-Erkrankungen.

Eine Infektion mit Pneumokokken kann zu einer Mittelohr- oder Nasennebenhöhlen-Entzündung führen. Außerdem können Pneumokokken eine Lungenentzündung (Pneumonie) verursachen, die lebensbedrohlich sein kann.


Wussten Sie’s schon?

Man schätzt, dass in Deutschland jährlich etwa 5.100 Menschen 60+ an einer durch Pneumokokken verursachten Lungenentzündung sterben.



Besonders gefährlich sind die so genannten „invasiven Pneumokokken-Erkrankungen“. Davon spricht man, wenn sich Pneumokokken in Körperflüssigkeiten nachweisen lassen, in denen normalerweise keine Bakterien vorkommen (z. B. im Blut oder im Gehirnwasser). Die häufigsten invasiven Pneumokokken-Erkrankungen sind die Hirnhaut-Entzündung (Meningitis) sowie eine Ausbreitung der Bakterien über den Blutkreislauf (Bakteriämie).


Lungenentzündungen durch Pneumokokken – viele Erkrankungsfälle in der Altersgruppe 60+

  • In der Altersgruppe 60+ erkranken in Deutschland jährlich schätzungsweise ca. 38.400 Menschen an einer Lungenentzündung, die auf Pneumokokken zurückzuführen ist. Etwa jede:r 8. Erkrankte stirbt daran.
  • Bei Erwachsenen im Alter von 20 – 59 Jahren treten im Vergleich dazu deutlich weniger Fälle auf: In dieser Altersgruppe erkranken jährlich schätzungsweise ca. 8.800 Personen daran und bei etwa jedem 21. Betroffenen verläuft die Erkrankung tödlich.

Wer ist durch Pneumokokken besonders gefährdet?

Manche Personengruppen haben ein höheres Risiko, eine Pneumokokken-Erkrankung zu bekommen oder im Falle einer Pneumokokken-Erkrankung einen schweren Krankheitsverlauf durchzumachen. Das Risiko einer schwer verlaufenden Erkrankung an Pneumokokken ist unter anderem abhängig vom Lebensalter. Besonders gefährdet durch Pneumokokken sind:



Ältere Personen

Ältere Menschen erkranken häufiger an Pneumokokken. Denn mit zunehmendem Alter lassen die Abwehrkräfte des Körpers nach und chronische Krankheiten nehmen zu.


Säuglinge ab 2 Monaten

Für Säuglinge und Kleinkinder besteht ein erhöhtes Risiko, weil deren Immunsystem allein noch nicht in der Lage ist, eine Pneumokokken-Infektion abzuwehren.


Personen mit bestimmten Grunderkrankungen:

Immundefekte oder unterdrücktes Immunsystem, wie z. B:

  • bei HIV-Infektionen
  • nach einer Knochenmarktransplantation
  • durch bestimmte Medikamente

Chronische Erkrankungen, wie z. B.:

  • chronische Erkrankungen des Herzens oder der Atmungsorgane
    z. B. Asthma, Lungenemphysem oder eine dauerhafte Verengung der Atemwege, die von einem Emphysem und / oder chronischer Bronchitis begleitet sein kann (COPD)
  • Stoffwechselkrankheiten
    z. B. Diabetes mellitus, der medikamentös behandelt wird
  • neurologische Krankheiten
    z. B. Anfallsleiden oder in Folge eines Hirnschadens entstandene Bewegungsstörungen und Muskelsteife (Zerebralparesen)

Personen mit erhöhtem Risiko für eine durch Pneumokokken verursachte
Gehirnhautentzündung,
z. B. durch:

  • das Tragen einer Hörprothese, die Cochlea-Implantat genannt wird
  • eine Verbindung zwischen der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit und der Außenwelt (Liquorfistel)

Personen mit einem erhöhten beruflichen Risiko

Menschen, die in ihrem Beruf Metallrauchen ausgesetzt sind (z. B. beim Schweißen und Trennen von Metallen).




Wie werden Pneumokokken-Erkrankungen behandelt?

Zur Behandlung von Pneumokokken-Erkrankungen können Antibiotika eingesetzt werden. In Europa wird es aber zunehmend zum Problem, dass Pneumokokken teilweise unempfindlich gegenüber einigen Antibiotika geworden sind (Antibiotikaresistenz). Auch deshalb wird eine Impfung gegen Pneumokokken immer wichtiger.



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